FAQ

INHALT
Wann kann ich mich beschweren?
Wer kann sich beschweren?
Über wen kann ich mich beschweren?
Warum sollte ich mich beschweren?
Wie kann ich mich beschweren?
An wen wende ich mich, wenn ich mich beschweren will?
Kostet die Beschwerde etwas?
Habe ich irgendwelche Nachteile, wenn ich mich beschwere?
Kann ich die gleiche Beschwerde nochmals einreichen?
Auf welchen Grundlagen basieren die Entscheidungen des Beschwerderats?
Welche Sanktionen kann der Rat aussprechen?
Welche Wirkung haben die Sanktionen?
Darf der Rat öffentlich rügen, auch wenn Nicht-Mitglieder der Verbände betroffen sind?
Befasst sich der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung auch mit Beschwerden über ausländische Unternehmen?
Ist der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung eine staatliche Institution?
Was bedeutet eigentlich die freiwillige Selbstkontrolle? 

Wann kann ich mich beschweren?
Immer wenn Sie glauben, dass ein Verstoß gegen die Berufsgrundsätze durch einen Markt- und Sozialforscher vorliegt.  Diese Berufsgrundsätze der deutschen Markt- und Sozialforschung bilden sich aus dem ICC/ESOMAR Internationaler Kodex zur Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie zur Datenanalytik,  den Standesregeln in Form von Richtlinien sowie bestimmten Qualitätsnormen. Diese Berufsgrundsätze finden Sie hier.

Wer kann sich beschweren? 
Neben Befragten, Kunden und Wettbewerbern (natürliche oder juristische Personen) sind auch andere unmittelbar Betroffene beschwerdeberechtigt. Unmittelbar Betroffene können z. B. sein Interviewer, Personen oder Institutionen, die sich durch fehlerhafte Marktforschung angegriffen fühlen oder zu fehlerhafter Marktforschung von der Firmenleitung gezwungen werden. Eine Mitgliedschaft in einem der vier Branchenverbände ist keine Voraussetzung für die Einreichung einer Beschwerde. Beschwerdeberechtigt sind zudem Organisationen, die nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb klagebefugt sind, sowie die Aufsichtsbehörden für den Datenschutz. 

Über wen kann ich mich beschweren?
Die Beschwerde kann sich richten gegen Markt- und Sozialforschungsinstitute und auf diesem Gebiet tätige betriebliche oder öffentliche Forschungseinrichtungen und Personen. Beschweren kann man sich auch gegen Unternehmen oder Personen, die als Markt- und Sozialforscher auftreten.  

Warum sollte ich mich beschweren?
Ansehen und Vertrauen in die Qualität, die Integrität und in die Kompetenz der Markt- und Sozialforschung hängen wesentlich auch davon ab, dass Regelverstöße oder fehlende Wissenschaftlichkeit der Vorgehensweise angezeigt werden. Eigens dafür haben die Verbände den Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung gegründet, der wiederum eine Beschwerdestelle eingerichtet hat, an die man sich in Verdachtsfällen wenden kann, damit diese einer unabhängigen und sachkundigen Prüfung unterzogen werden können. Ist der Verdacht berechtigt, so stehen dem Rat abgestufte Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Schwere des Vorwurfs  auch öffentlich gemacht werden (siehe auch FAQ zu Sanktionsmöglichkeiten und deren Wirkungen).

Wie kann ich mich beschweren?
Möglich ist die Einreichung einer Beschwerde per E-Mail, per Brief oder Fax. Anonyme Beschwerden sind nicht zulässig. Die Geschäftsstelle steht für Fragen natürlich auch telefonisch als Ansprechpartner zur Verfügung. Kontakt

An wen wende ich mich, wenn ich mich beschweren will?
Die Beschwerde kann an die eigens dafür eingerichtete Beschwerdestelle des Rates der Deutschen Markt- und Sozialforschung eingereicht werden.  Die Kontaktdaten der Beschwerdestelle finden Sie hier.

Kostet die Beschwerde etwas?
Nein, bei einer Beschwerde werden weder dem Beschwerdeführer noch dem Beschwerdegegner durch den Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung Kosten auferlegt. Es können jedoch durchaus eigene Kosten entstehen wie z. B. Reisekosten im Fall einer mündlichen Verhandlung, Rechtsanwaltskosten zur Abwehr etc.

Habe ich irgendwelche Nachteile, wenn ich mich beschwere?
Mögliche Nachteile werden dadurch eingeschränkt, dass die Verfahren grundsätzlich nicht öffentlich sind und dass die Mitglieder der Kammern sowie der Beschwerdestelle zur Vertraulichkeit verpflichtet sind. Zusätzlich kann der Beschwerdeführer verlangen, dass seine personenbezogenen Daten dem Beschwerdegegner nicht zugänglich gemacht werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass dadurch u. U. die Erfolgsaussichten der Beschwerde vermindert werden können, weil natürlich auch dem Beschwerdegegner die Möglichkeit gegeben werden muss, den Inhalt der Beschwerde zu überprüfen. Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch den Inhalt der Beschwerde auf den Beschwerdeführer geschlossen werden kann.

Kann ich die gleiche Beschwerde nochmals einreichen?

Eine erneute Beschwerde durch denselben Beschwerdeführer zu einem Sachverhalt, der bereits Beschwerdegegenstand war, ist nicht zulässig.

Auf welchen Grundlagen basieren die Entscheidungen des Beschwerderats?

Der Beschwerderat berücksichtigt bei seinen Entscheidungen ein umfassendes, verbindliches Regelwerk, das gesetzliche Vorgaben spezifiziert und ergänzt. Zusammen bilden diese die Berufsgrundsätze der deutschen Markt- und Sozialforschung:

  • ICC/ESOMAR Internationaler Kodex zur Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie zur Datenanalytik
  • Erklärung für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zum ICC/ESOMAR Internationaler Kodex zur Markt-, Meinungs- und Sozialforschung sowie zur Datenanalytik („Deutsche Erklärung“)
  • 11 Richtlinien, wie z. B. die Richtlinie für telefonische Befragungen, oder die Richtlinie zum Umgang mit Adressen in der Markt- und Sozialforschung

Ergänzend können branchenrelevante Qualitätsnormen (ISO-Normen) hinzugezogen werden. Die Richtlinien finden Sie hier.

Welche Sanktionen kann der Rat aussprechen?
Der Rat verfügt über drei Sanktionsmöglichkeiten. Ein Hinweis wird bei einem minderschweren Verstoß erteilt.  Ein Hinweis ist nur im Ausnahmefall und anonymisiert zu veröffentlichen. Mit einer Missbilligung drückt der Rat deutliche Kritik am Verhalten des Beschwerdegegners aus. Eine Missbilligung kann in anonymisierter Form veröffentlicht werden. Eine Rüge ist bei schweren und insbesondere fortdauernden Verstößen angebracht. Eine Rüge ist zu veröffentlichen; der Beschwerdegegner wird namentlich genannt. 
Liegen Gesetzesverstöße vor, so kann zudem eine Information der zuständigen Behörden erfolgen.

Welche Wirkung haben die Sanktionen?
Die Rüge hat die größte öffentliche Wirkung und kann für die Reputation und damit auch für das Geschäft durchaus schädlich sein. Eine Missbilligung ist eine deutliche Warnung, gibt es z. B. eine erneute Beschwerde durch einen anderen Beschwerdeführer über den gleichen Sachverhalt, so steigt die Wahrscheinlichkeit eine Rüge zu erhalten. Aber auch ein Hinweis erzielt seine Wirkung, denn der Beschwerdegegner muss sich im Laufe des Verfahrens mit den Vorwürfen auseinandersetzen und glaubhaft eine dauerhafte Abstellung des Verhaltens versichern. Eine Missbilligung oder ein Hinweis gehen  also über die reine Sensibilisierung der Verletzung von Berufsgrundsätzen hinaus. 

Darf der Rat öffentlich rügen, auch wenn Nicht-Mitglieder der Verbände betroffen sind?
Ja, er darf. Wenn sorgfältig recherchiert wurde, dann ist eine öffentliche Rüge durch das Recht auf Meinungsäußerung gedeckt.

Befasst sich der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung auch mit Beschwerden über ausländische Unternehmen?
Ja, insofern das Verhalten des Unternehmens in der Bundesrepublik Deutschland stattgefunden hat oder stattfindet.

Ist der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung eine staatliche Institution?
Nein, der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung ist eine unabhängige Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle der Markt- und Sozialforschung. Die Branchenverbände ADM, ASI, BVM und DGOF tragen den Rat als eingetragenen Verein und sind dort Mitglieder.

Was bedeutet eigentlich die freiwillige Selbstkontrolle? 
Damit Berufsgrundsätze bzw. Standesregeln keine bedeutungslosen Absichtserklärungen sind, ist eine Selbstkontrolle im Sinne einer Selbstregulierung wichtig. Mit dem Rat wurde zur Wahrung der Einhaltung der Berufsgrundsätze und Standesregeln eine unabhängige Institution geschaffen, die eigenverantwortlich die Belange der Profession  regelt und damit gute und verantwortungsvolle Markt- und Sozialforschung unterstützt.

 

Stand: August 2018